Druckansicht

Rückschau Energietag 2008

16.09.2008

Im Rahmen des zweiten landesweiten Energietages haben am Samstag, den 13. September 2008 die Stadt Meßkirch zusammen mit der Gemeinde Leibertingen und heimischen Betrieben, u.a. der Nabenhauer GmbH & Co. KG, für Energiesparen und erneuerbare Energien geworben. Eine Ausstellung und Fachvorträge wurden angeboten.


"Fast täglich, sei es an der Tankstelle oder mit der Öl- , Strom- beziehungsweise Gasabrechnung, werden wir mit dem Thema Energie konfrontiert. Ich finde es deshalb gut, dass dieses Thema jedes Jahr an einem speziellen Tag in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt wird, um die Bürger anzuhalten Energie zu sparen und vermehrt erneuerbare Energien einzusetzen", erklärte Bürgermeister Arne Zwick, der mit Bürgermeister Armin Reitze aus Leibertingen und Sparkassen-Regionaldirektor Martin Henkenius am Samstagvormittag den Energietag in der Meßkircher Sparkasse eröffnete.

Auch die Stadt Meßkirch mache sich Gedanken über die Energiepreisentwicklung und vermiete unter anderem städtische Dachflächen und auch landwirtschaftlich nicht mehr nutzbares Gelände zur Erstellung von Photovoltaikanlagen nicht erst seit es den Energietag gebe, fuhr Zwick fort. Sein Amtskollege aus Leibertingen, Bürgermeister Armin Reitze, lobte die Initiative der sechs Aussteller und stellte dazu fest: "Energie ist neben der Breitbandverkabelung und DSL-Verfügbarkeit momentan das Megathema in unserer Region." Wichtig sei es deshalb, im breiten Informationsangebot für jeden Häuslebauer und Wohneigentümer die richtige individuelle Lösung zur Wärmeerzeugung zu finden. Dazu trage die Veranstaltung zum diesjährigen zweiten Energietag wesentlich bei.

Einen Einblick in das neue baden-württembergische Wärmegesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz des Bundes mit den wichtigsten Bestimmungen gab anschließend Ministerialdirigent Dr. Albrecht Rittmann vom Umweltministerium in Stuttgart. Dabei erinnerte er daran, dass nach dem baden-württembergischen Wärmegesetz Bauherren neuer Wohngebäude seit Jahresbeginn und Eigentümer bestehender Gebäude ab 1. Januar 2010 bei Heizungsanlageaustausch verpflichtet sind, 20 Prozent ihres Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien, sprich Solarthermie, Geothermie, Umweltwärme mittels Wärmepumpe oder Biomasse abzudecken.

Einen Einblick in Theorie und Praxis der Gebäudesanierung nach der Energieeinsparverordnung gab im Anschluss Gebäudeenergieberater Alexander Riester von der Holzbaufirma Riester in Leibertingen. Ihm folgte der freie Handelsvertreter Hans Schmon aus Altheim, der in seinem Vortrag die Wirkungsweise einer Wärmepumpe vorstellte und die Gewinnung von Wärme aus dem Boden, dem Wasser und der Luft für Heizzwecke erklärte.

Nach der Mittagspause setzte Ingenieur Manuel Nabenhauer, Juniorchef der Meßkircher Heizungsbau- und Sanitärfirma Nebenhauer, die Vortragsreihe fort. Er machte den Zuhörern klar, dass Solar- und Photovoiltaikanlagen nicht bloß eine Modeerscheinung, sondern Stromquellen der Zukunft und eine ökologisch sinnvolle und nachhaltige Möglichkeit der Stromgewinnung sind. Danach zeigte Fachberater Wolfgang Veeser von der Sparkasse Pfullendorf-Meßkirch Finanzierungsmöglichkeiten im Bereich Neubau, Renovierungs- und Sanierungsmaßnahmen sowie im Bereich Erneuerbare Energien mit Hilfe der kfw-Bankengruppe (früher Kreditanstalt für Wiederaufbau) und der Landesbank Baden-Würtemberg auf.

Das Highlight und den Abschluss der Vortragsreihe bildete das äußerst interessante solare Bau- und Heizkonzept des Solarexperten Josef Jenni. Der 55-jährige Elektroingenieur aus dem Emmental in der Schweiz baute mit seiner Firma bereits 1989 das erste weltweit vollständig solarbeheizte Einfamilienhaus. Jenni verstand es mit seinen Energievisionen und seiner Umweltphilosophie die zahlreichen Zuhörer über eine Stunde zu begeistern.

Zwischen den Vorträgen hatten die Besucher im Foyer der Sparkasse die Möglichkeit, sich bei örtlichen Handwerkern, Energieberatern und anderen Unternehmern über umweltfreundliche Techniken und Dienstleistungen beraten zu lassen. Dabei erstreckte sich die Bandbreite des Angebots von der Sonnenernergienutzung durch Photovoltaikanlagen und thermische Solaranlagen über die Nutzung von Biomasse in Form von Holzpellets oder Holzschnitze, Sanierungsmaßnahmen zur Energieeffizienz an Gebäuden bis hin zu Wärmepumpen. Auf Nachfrage bei den Ausstellern wurde vom Informationsangebot reger Gebrauch gemacht.


Quelle: Schwäbische Zeitung, 15.09.2008

 

Seitenanfang