Als Nachtrag zum Vortrag von "Holzpapst" Siegfried Rapp, veröffentlichte der Südkurier am 10.06.08 einen Artikel über den Vortrag bei der Firma Nabenhauer.
Mehr
denn je beschäftigt Hausbesitzer beziehungsweise künftige Bauherren die
Frage, wie sie auch in Zukunft kostengünstig heizen können. Als in den
50er und 60er Jahren der Liter Heizöl noch zwischen fünf und sieben
Pfennig kostete, so Professor Siegfried Rapp, legte man die Axt
beiseite und gab der Bequemlichkeit den Vorzug. Rapp riet bei einem
Vortrag in Meßkirch, wieder mit Holz zu heizen.
Mit Siegfried Rapp hatte die Meßkircher Sanitär- und
Heizungstechnik-Firma Nabenhauer einen hochkarätigen Referenten zu
Gast, der im Rahmen einer dreiteiligen Vortragsreihe zum Thema "Einsatz
erneuerbarer Energie" seine mehr als 20 Zuhörer in seinen Bann zog. Bei
zwei vorangegangenen Abenden wurde schwerpunktmäßig über Photovoltaik
und den Einsatz von Wärmepumpen informiert.
Siegfried Rapp stammt
aus dem Schwarzwald und ist in Fachkreisen als "Holzpapst" bekannt. Im
Mittelpunkt seiner Arbeit steht seit Jahrzehnten der Energieträger
Holz. Auslandserfahrungen in Afrika und in Amerika wie auch in
europäischen Ländern bestärkten ihn, sich mit der Biomasse Holz als
nachwachsendem Energie-Rohstoff zu beschäftigen.
Schon zu Zeiten,
als Erdöl billig als Energiequelle zur Verfügung stand, galt Rapp als
große Mahner, was den richtigen Einsatz von Energieträgern anlangt.
"Heizöl zum Duschen und zum Verheizen, das muss wehtun", machte Rapp
klar.
In seinem Vortrag forderte er gleich zu Beginn die Zuhörer
auf, sich ernsthaft zu fragen, wann ihnen Energie in Form von 2,5
Kilogramm Holz oder entsprechend einem Liter Heizöl wieder zur
Verfügung stehen werde. Ein Baum sei spätestens zwischen 60 und 80
Jahren wieder erntereif, während die Erdöl-Quellen in Zukunft versiegen
werden.
In seinem zweistündigen Vortrag verwies Rapp darauf, dass bei einer
Betrachtung der Wirtschaftlichkeit Holz gegenüber Öl und Gas sehr gut
abschneide. Außerdem entstehe beim Verbrennen von Holz nur so viel
Kohlendioxid, wie ein Baum aus der Luft aufgenommen und über die
Photosynthese in Kohlenstoff und frei werdenden Sauerstoff umgewandelt
habe. Somit werde beim Heizen mit Holz kein zusätzliches Kohlendioxid
erzeugt. "Holz ist die ideale Form von gespeicherter Sonnen-Energie",
ist Rapp überzeugt.
Wer mit Holz heize, trage auch zur
verstärkten Waldpflege bei und belebe den Holz-Markt, auch für die
Kleinstwaldbesitzer. Egal in welcher Form mit Holz geheizt werde, ob
mit klassischem Brennholz, Hackschnitzeln oder auch mit Pellets, die
Versorgungssicherheit sei durch Holz aus deutschen Wäldern gegeben. Der
jährliche Zuwachs liege bei 60 Millionen Kubikmeter Holz, wovon rund 40
Millionen Kubikmeter geerntet würden. In einem Raummeter Buchen- oder
Eichen-Brennholz stecke Energie von etwa 220 Litern Heizöl. Bei
Nadelholz liegt die Menge bei rund 140 Litern.
Zeitungsartikel aus dem Südkurier - 10.06.08 - von Karl Mägerle
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