Druckansicht

Zeitungsartikel zum Vortrag "Heizen mit Holz"

16.06.2008 Als Nachtrag zum Vortrag von "Holzpapst" Siegfried Rapp, veröffentlichte der Südkurier am 10.06.08 einen Artikel über den Vortrag bei der Firma Nabenhauer.

Mehr denn je beschäftigt Hausbesitzer beziehungsweise künftige Bauherren die Frage, wie sie auch in Zukunft kostengünstig heizen können. Als in den 50er und 60er Jahren der Liter Heizöl noch zwischen fünf und sieben Pfennig kostete, so Professor Siegfried Rapp, legte man die Axt beiseite und gab der Bequemlichkeit den Vorzug. Rapp riet bei einem Vortrag in Meßkirch, wieder mit Holz zu heizen.

Mit Siegfried Rapp hatte die Meßkircher Sanitär- und Heizungstechnik-Firma Nabenhauer einen hochkarätigen Referenten zu Gast, der im Rahmen einer dreiteiligen Vortragsreihe zum Thema "Einsatz erneuerbarer Energie" seine mehr als 20 Zuhörer in seinen Bann zog. Bei zwei vorangegangenen Abenden wurde schwerpunktmäßig über Photovoltaik und den Einsatz von Wärmepumpen informiert.

Siegfried Rapp stammt aus dem Schwarzwald und ist in Fachkreisen als "Holzpapst" bekannt. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht seit Jahrzehnten der Energieträger Holz. Auslandserfahrungen in Afrika und in Amerika wie auch in europäischen Ländern bestärkten ihn, sich mit der Biomasse Holz als nachwachsendem Energie-Rohstoff zu beschäftigen.

Schon zu Zeiten, als Erdöl billig als Energiequelle zur Verfügung stand, galt Rapp als große Mahner, was den richtigen Einsatz von Energieträgern anlangt. "Heizöl zum Duschen und zum Verheizen, das muss wehtun", machte Rapp klar.

In seinem Vortrag forderte er gleich zu Beginn die Zuhörer auf, sich ernsthaft zu fragen, wann ihnen Energie in Form von 2,5 Kilogramm Holz oder entsprechend einem Liter Heizöl wieder zur Verfügung stehen werde. Ein Baum sei spätestens zwischen 60 und 80 Jahren wieder erntereif, während die Erdöl-Quellen in Zukunft versiegen werden.

In seinem zweistündigen Vortrag verwies Rapp darauf, dass bei einer Betrachtung der Wirtschaftlichkeit Holz gegenüber Öl und Gas sehr gut abschneide. Außerdem entstehe beim Verbrennen von Holz nur so viel Kohlendioxid, wie ein Baum aus der Luft aufgenommen und über die Photosynthese in Kohlenstoff und frei werdenden Sauerstoff umgewandelt habe. Somit werde beim Heizen mit Holz kein zusätzliches Kohlendioxid erzeugt. "Holz ist die ideale Form von gespeicherter Sonnen-Energie", ist Rapp überzeugt.

Wer mit Holz heize, trage auch zur verstärkten Waldpflege bei und belebe den Holz-Markt, auch für die Kleinstwaldbesitzer. Egal in welcher Form mit Holz geheizt werde, ob mit klassischem Brennholz, Hackschnitzeln oder auch mit Pellets, die Versorgungssicherheit sei durch Holz aus deutschen Wäldern gegeben. Der jährliche Zuwachs liege bei 60 Millionen Kubikmeter Holz, wovon rund 40 Millionen Kubikmeter geerntet würden. In einem Raummeter Buchen- oder Eichen-Brennholz stecke Energie von etwa 220 Litern Heizöl. Bei Nadelholz liegt die Menge bei rund 140 Litern.

Zeitungsartikel aus dem Südkurier - 10.06.08 - von Karl Mägerle

 

Seitenanfang